Google und die Daten

Auf die Frage, was die Seminargruppe in Bezug auf die Sammlung von Daten von zum Beispiel Google beunruhigt, wurden sehr unterschiedliche Bedenken geäußert:

  • Will nicht kategorisiert werden, weil man aus solchen Schubladen in der Regel nicht rauskommt
  • Weiss nicht, wie ihre Daten in den nächsten Jahren vonanders gelagerten Regierungen genutzt werden

Ob es sich um einen Monopolisten handelt oder nicht ist nicht entscheidend. Es gilt immer das Zitat von Niklas Luhmann: „Wer schweigt, kann immer noch reden. Wer dagegen geredet hat, kann darüber nicht mehr schweigen.“ Das heißt noch lange nicht, dass das Internet nicht vergisst, es sagt nur, dass es vielleicht nicht vergisst.

Michael Seemann hat mit der Vorlage seines Buchs „Das neue Spiel“ eine kontroverse Blaupause für den Umgang mit der eigenen Privatsphäre vorgelegt. Er schreibt:

Wir wissen nicht, was wir gesagt haben werden, wenn wir etwas sagen. Daten haben die Eigenschaft, verknüpfbar zu sein. Und diese Verknüpfbarkeit ist potentiell unendlich. Ja, sie ist unendlich, obwohl, die Daten endlich sind. Denn sie sind es nur heute. Wir wissen nämlich noch gar nicht, was morgen Daten sein werden. Daten, die es heute noch nicht gibt, die aber als Potential vorhanden sind.

Deutlich wird diese Diagnose anhand der „Krankenakte von Tut Ench Amun„.

Jenseits bestehender Diskurse, ist die Einschätzung was genau Privatsphäre ist und wann sie zu schützen ist verbunden mit gesellschaftlicher Vereinbarungen. Im 18. Jh. war die These verbreitet, dass niemand diese neumodischen öffentlichen Eimer nutze, weil man den Müll auf die Straße warf, wenn man nichts zu verbergen hatte!

Datenschutz setzt also einen Rahmen voraus, der Menschen dazu motiviert, ihre Daten auch für sich zu behalten. Das Gegenteil ist jedoch zur Zeit zu beobachten. Die Unternehmen profitieren davon und wecken damit auch staatliche Begehrlichkeiten.

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