Daten, Daten, überall Daten: Big und Smart

Big Data oder die Nadel im Heuhaufen 

Wie Korrelationen, also Verknüpfungen von Datensätzen, zu (un)sinnigen Aussagen führen. Wie Vereinfachung und scheinbare Plausibilität dazu führen kann, dass kritisches Denken ausgeschaltet wird.

Nach den Inputs zu Big und Smart Data suchen wir in Kleinguppen Beispiele für Big/Smart Data Anwendungen in den Themenbereichen „Industrie“, „Verkehr“, „Gesundheit“, „Gesellschaft“ und „Zuhause“ und tragen diese ins Etherpad.

Hier findet ihr Jochims Präsentation.

Anschließend wurden anhand von Auszügen des Vortrages von Victor Mayer-Schönberger die ethischen Grenzen von Big Data gezeigt und über sie diskutiert. 

Smarte?! Daten

Nach der Einheit zu Big Data näherten wir uns dem Begriff Smart Data.  Zu diesem Begriff gibt es diverse Anwendungsbeispiele in der Wirtschaft:

Auch die Wissenschaft nimmt sich immer mehr diesem Thema an, wie etwa das Fraunhofer Institut. Alexander Pflaum vom Fraunhofer IIS spricht zum Beispiel über die „Zukunft der Logistik“.

Smart Data  hilft  auch in der Krebsforschung mit Hilfe neuer Programme, wie SAP HANA.

Digitale Bürgerdaten – Transparenz

Abschließend werden Konzepte zur Zentralisierung großer personenbezogener Datenmengen in Form einer digitalen Bürgerplattform vorgestellt, die im Zuge der Bundestagswahl 2017 an Aktualität im Diskurs zugenommen haben.

Große Datenmengen sollen es den Bürger_innen erlauben, mehr Überblick und Transparenz über die eigenen Daten zu erlangen. Die Gefahren von Datenmissbrauch und Ausnutzung dieser Datenmengen durch unbefugte Dritte und zur (politischen) Manipulation werden dabei kontrovers diskutiert.

Die Kleingruppen haben hierzu eine Fülle von Beispielen gefunden:

Gruppenarbeit zu Big/Smart Data

Bildung

 Verkehr

Gesundheit

Vernetzte Operationssäle, ein einfacher Austausch von Patientendaten  oder eine genauere Genomanalyse – digitale Technologien besitzen das  Potenzial, eine Revolution in der Gesundheitsbranche auszulösen. 
 
 
Derzeit liegen viele Patientendaten, die in medizinischen Einrichtungen  anfallen, brach. Werden die Daten von Röntgenbildern, EKGs, MRTs oder  Blutbildern miteinander kombiniert, können sie zu einem enormen  Erkenntnisgewinn beitragen – etwa bei der Prävention und Früherkennung  von Krankheiten – und sie können klinische Entscheidungen vereinfachen.
Während man bis heute Daten, wenn überhaupt, rückblickend ausgewertet  hat – etwa: Wie war die Krankheitslast einer bestimmten Kommune? –  erlaubt Big Data den Blick in die Zukunft: Rechner erkennen im Datenmeer Muster, die bislang noch keinem aufgefallen sind. Dadurch steuert die  Medizin von einer eher reaktiven Haltung hin zu einer stärker  vorhersagenden, vorbeugenden Rolle.
Der Experte Peter Langkafel schätzt, dass höchstens 50 Prozent der Daten in einer verwertbaren Form vorliegen. Ganz zu schweigen davon, dass die  Datensysteme von Krankenhäusern, Arztpraxen, Krankenkassen,  Versicherungen, der Forschung und vielen mehr nicht kompatibel sind. Erst wenn sie ausgetauscht werden können, kann aus Big Data die „Smart Data“ gezogen werden

Videos:

Smart Hospital stellt den Patienten in den Mittelpunkt
Smart Hospital heute: Uni- Klinikum Essen

Gesellschaft

Eine smarte Datenökonomie birgt enorme Chancen, unser aller Leben zu verbessern, wenn es uns zugleich gelingt, intelligente Lösungen zu entwickeln, die Konzepte des  Datenschutzes und der IT-Sicherheit bei der Entwicklung von Lösungen von Anfang an mitdenken.
Anstelle der bloßen Sammlung von Massendaten beziehungsweise der Datenmassen muss der Fokus auf die tatsächlich wertvollen Inhalte stehen. Anstelle explorativer Analysen muss die zielgerichtete Auswertung und Anwendung sowie der Einsatz von Schutzmaßnahmen wie beispielsweise die frühzeitige Anonymisierung oder Pseudonymisierung, der technische Datenschutz mittels Datennutzungskontrolle, oder Privacy-Preserving-Data-Mining stehen.
Technologien müssen dem Menschen dienen.
In den Smart-Data-Projekten ist der Datenschutz durchgehend thematisiert worden. Das zeigt, dass in Deutschland nicht nur das Problembewusstsein ausgeprägt ist, sondern auch Lösungen konkret diskutiert werden.

 Zuhause

Veröffentlicht von jochim

Chaos Computer Club, Cryptoparty, Datenschutz

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2 Kommentare

  1. Das war eine gute Diskussion heute. „Die Welt ist alles, was der Fall ist“, hat mal ein schlauer Mensch gesagt. Heute wissen wir: Die (ganze) Welt ist alles, wo wir Daten rausziehen können. Ein Big Data – Fan würde sagen: Die Welt besteht aus Big Data. Mehr gibt es gar nicht.
    Etwas, das man nicht berechnend verwerten kann, existiert gar nicht. Zumindest kann man es ignorieren. Die schöne neue Datenwelt ist der Beobachtung vollständig zu-gänglich. Deshalb ist sie so schön. Wir gewöhnen uns an sie, und schon leben wir wie in China. Zum Glück kann der einzelne Mensch niemals vollständig datenmäßig erfasst werden, er bleibt unzugänglich. Und soll es bleiben.

    1. Ein kirchlicher Datenschutzexperte berief sich in der theologischen Begründung, warum Datenschutz wichtig ist, ähnlich wie Du auf 1. Samuel 16:7: https://www.bibleserver.com/text/LUT/1.Samuel16%2C7 „Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der HERR aber sieht das Herz an.“ Das klingt erst einmal nach dem üblichen Vokabular, mit dem Konfirmanden ihren Gottesdienst durchstehen müssen, aber zusammen mit Deiner Interpretation wird der Satz aktuell: Natürlich ist es technisch möglich, jeden Aspekt des menschlichen Lebens zu quantifizieren und ihm so mit einer Pseudoobjektivität zu versehen. Tatsächlich ist das alles aber auch nur eine Näherung, und nur weil wir es messen können, heißt das nicht, dass die Messung unbedingt einen Sinn ergeben muss.

      Wichtig ist aber auch: Ich halte Big Data nicht per se für Teufelszeug. Wie jedes Werkzeug kann es die Arbeit erleichtern, aber aus mir wird nie ein zweiter Picasso, auch wenn ich die tollsten Pinsel kaufe. Wie und wozu ich ein Werkzeug einsetze, liegt in meiner Verantwortung.

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