Social Bots, Echokammern – Stammtische und co

Nach der Darstellung unterschiedlicher Manipulationsformen, die uns im Zeitalter von Digitalität begegnen (manipulative Auswertung von Studien, Fakenews) durfte das Thema “Social Bots” natürlich nicht Fehlen.

„Bot“ steht als Kurzform des englischen Begriffs „Robot“ für Roboter. Es sind Computerprogramme, die automatisiert bestimmte Aufgaben erfüllen. Meinungs-Bots in sozialen Netzwerken können auch menschliche Identitäten in Fake-Accounts vortäuschen. Anhand unterschiedlicher Anwendungsgebiete (Google Duplex, Chatbots im Content Marketing etc.) wurden aktuellste Beispiele der Verbreitung dieser Technologie vorgestellt. Gleichzeitig wurden Strategien zum Erkennen von und zum Umgang mit Social Bots diskutiert.

Wie Chatbots wirken zeigt u.a. ein Experiment der Uni Münster zusammen mit der WDR Servicezeit.

Die Qualität von Chatbots wird unterschiedlich bewertet.

Die Einschätzungen sind vielfältig und lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  1. “Bots” an sich sind neutral, der Einsatz dieser Technologie wird vom Menschen positiv wie negativ genutzt.
  2. Twitter als ein Hauptort in dem Bots aktiv sind, spielt in Deutschand eine untergeordnete Rolle (im Gegensatz etwa zur USA).
  3. Digitale Soziale Medien sind nur ein Baustein medialer Öffentlichkeiten in Digitalität.

 

Von Social Bots zu Echokammern

Das “Problem” der durch Social Bots begünstigten Meinungsmanipulation, sind die geschlossenen Räume/Plattformen die in digitalen Sozialen Netzwerken ebenso entstehen wie in analogen Sozialen Netzwerken.

Im “Digitalen” spricht man von Echokammern/Filterblase.

Im “Analogen” sind es Bekanntenkreise/Stammtische etc.

In beiden geht es um Aufmerksamkeit und das Phänomen der Vereinfachung/ dem Folgen mehrheitstauglicher Meinungen: “Entspricht eine Behauptung meinem Weltbild, dann bin ich bereit dieser zu folgen”.

Hiermit schließt sich der Kreis, des zu Beginn des Seminares diskutierten Konzeptes der Identitäten in Digitalität (Schier 2018): Ich habe etwas zu sagen, Ich vertraue auf die Gemeinschaft, Ich folge und teile, Ich glaube was ich sehe – als Grundsätze von einer individuell-vernetzt-ästhetischen sozialen Interaktion von Identitäten in Digitalität können auch im Zuge von Echokammern nur durch kritsche Auseinandersetzung und Hinterfragen ergänzt werden.

Politische Entscheidungsträger gehen auf verschiedene Weisen damit um – unter anderem mit der Abkehr von digitalen Sozialen Medien (leider nur ein Artikel hinter einer Bezahlschranke).

Aber auch Robert Habeck, Bundesvorsitzender der Grünen, hat mit Problemen neuer digital-analoger (medialer) Öffentlichkeiten zu kämpfen.

Abschließend zeigt sich dass „Angst“ Szenarien bzgl Fake-News, Chatbots und co nicht unbegründet sind, aber aus unterschiedlichen Gründen deutlich überzeichnet werden.

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