Das Problem mit der Privatsphäre

Wir haben Michael Seemann angerufen. Er hat das Buch „Das Neue Spiel“ geschrieben und sich intensiv mit dem Konzept der Privatsphäre auseinandergesetzt. In seinem Skype Interview führt er aus:

Informationelle Selbstbestimmung kann es so nicht geben, die Gründe dafür sind

  1. die durchgehende Digitalisierung unserer Lebenswelt durch eine wachsende Anzahl von Sensoren
  2. die immer günstigere Speicherung von Daten und die schnellere Kopierbarkeit
  3. die sich kontinuierlich verbessernden Möglichkeiten, aus den Daten Schlüsse zu ziehen durch ihre Verknüpfungen.

Netzwerkeffekte kommen dann zum Tragen, wenn möglichst viele Teilnehmende eines Netzwerk den gleichen Dienst nutzen. Es ist weine e bei einem Schneeballsystem, wenn einmal die kritische Masse durchbrochen ist, wird das Angebot von alleine exponentiell Groß. Michael nutzt so viele Netzwerke wie möglich, um die Wahl des jeweiligen Dienstes dem Gegenüber zu überlassen.

Auf die Frage, wie Privatsphäre im Internet funktioniert antwortete Seemann aka mspro mit „gar nicht“. Einzig und allein Verschlüsselung ist bombensicher. Er traut jedoch auch dieser Sicherheit nicht über den Weg.

Je größer der Sanktionsapparat, desto mehr fühlt man sich in seinen Handlungen eingeschränkt. Überwachung kann also nicht das Mittel sein, sondern es muss über geeignete Saktionen nachdenken.

Wer selbst gegen die Plattformen vorgehen will, sollte sie nicht verlassen, sondern von innen verändern. Da kann die Organisation mit anderen Menschen über die Netzwerke sehr helfen.

Regel für das Neue Spiel:

  1. Du kannst das Spiel nicht gegen den Kontrollverlust spielen
  2. Überwachung ist Teil des Spiels
  3. Die richtigen Fragen stellen (ich frage Google -> Filtersouveränität
  4. Du bist die Freiheit des Anderen (nicht zwangsläufig den Plattformprovider in den Vordergrund stellen, sondern den einzelnen Nutzenden
  5. Macht hat, wer die Plattform kontrolliert. Das hat Machtverschiebungen zur Folge. Man muss Plattformen als politische Akteure  begreifen und sie deshalb auch in den politischen Prozess zwingen.

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