Der Mediensommer 2012

Conversations in Social Media - Version 4.0 - by ethority

CC by-sa 3.0 by ethority

Das Internet ist unmerklich zu einem Leitmedium geworden und baut unsere bisher gekannte Gesellschaft radikal um. Dabei ist das Medium selbst nicht mehr bestimmend, sondern verschwindet als Betriebssystem hinter den Werkzeugen wie Facebook, Google oder auch Youtube. Die Analogie zum Fernsehen wird immer schwieriger, bei genauerem Hinsehen, ist das Internet dem Strom wesentlich ähnlicher. Weiterlesen

Zwischen Aufklärung, Fiktion und Unterhaltung – Welche „Wahrheit“ zeigen politische Filme?

CC by 2.0 by Lel4nd

Das Kino hat in seiner Entwicklung etliche Genres hervorgebracht – darunter auch den politischen Film, der allerdings oft zur Propaganda missbraucht wurde oder nicht das Massenpublikum erreichte – es sei denn das jeweilige Thema wurde unterhaltsam inszeniert. Aber gerade das wirft Fragen auf: Geht es bei der Nacherzählung von politischem Zeitgeschehen im Spielfilm nicht nur um Emotionen statt um Aufklärung und Aufdeckung von “historischer Wahrheit”? Ist nicht der Dokumentarfilm besser dazu geeignet? Welche Konzepte von “Wahrheit” und “Wirklichkeit” können überhaupt zugrunde gelegt werden? – Diese Themen stehen 2012 im Mittelpunkt: Propaganda für den Klassenkampf? Die Medien der Arbeiterbewegung in der Weimarer Republik; Vom Volksempfänger zu Leni Riefenstahls Olympiafilmen; Zwischen Anpassung, Täterschaft & Widerstand unter der NS-Herrschaft; Iran: Erfahrungen mit der Diktatur der islamischen Republik. Alle im Seminar gezeigten Spiel- & Dokumentarfilme sind bereits im online verfügbaren Themenplan aufgeführt.

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Seminarteam: André Kais, Karlheinz Grieger

Arbeiter- und Sozialfotografie. Wer das Bild macht, hat Macht. Von der Arbeiterzeitung der 30er Jahre zu den digitalen Medien von heute

CC BY-NC-SA 2.0 by iskandr

Arbeiterfotografie ist ein wichtiger Teil der Geschichte der Arbeiterbewegung und deren Selbstverständnis. Das wurde schon von der Arbeiterbewegung der 30er Jahre erkannt. Bürgerliche Bildagenturen zeigten eine Realität, die für Arbeiterzeitungen selten brauchbar war. So lernten die Arbeiter_innen Fotos selber zu machen.
Fotos aus der Arbeitswelt, dem sozialen Umfeld oder von Demonstrationen können aus verschiedenen Sichtweisen gemacht werden. Sie bestimmen die ?mediale Realität? und Meinungsbildung mit.
Im Seminar soll der Frage nachgegangen werden, wie die Arbeiterbewegung die Fotografie nutze und wie wir unseren Blick auf die Umwelt mit Fotos ausdrücken und verbreiten können.
Eigene Kameras (analog, digital, Handy) bitte mitbringen.

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Seminarteam: Helgo Ollmann

Die Dinge zum Sprechen bringen: Wie sich politische Wirklichkeit in Design widerspiegelt

CC BY-NC-SA 2.0 by will engelmann

Warum sieht der Stuhl, auf dem ich sitze, so aus, wie er aussieht? Oder das Auto, die Informationsgrafik, das Parlamentsgebäude? Die Dinge unseres Alltags sind stumme Zeugen: Sie wissen von den politischen und sozialen Bedingungen, von unseren befriedigten und unbefriedigten Bedürfnissen. Dieses Seminar will diese Dinge zum Sprechen bringen: Wir werden einen Blick in die Vergangenheit von Bauhaus und Nierentisch werfen und uns mit den neuen, programmgesteuerten Gestaltungsmethoden und ihren Auswirkungen auf Mensch und Umwelt auseinandersetzen und am Computer spielerisch selbst ausprobieren.
Es werden keine Vorkenntnisse vorausgesetzt.

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Seminarteam: Ute Demuth, Alexander Brehm

Dokumentarfilmseminar: „Von der Idee zum fertigen Film“

CC BY 2.0 by NASA Goddard Space Flight Center

Während noch vor 10 Jahren das “Filmemachen” lediglich wenigen SpezialistInnen vorbehalten war, kann heute im Prinzip jede/r mit den entsprechenden Grundkenntnissen einen fernsehtauglichen Dokumentarfilm produzieren. Damit eröffnet sich die Chance einer Demokratisierung der Medienlandschaft, die gerade auch Menschen mit sozialpolitischem Bewusstsein für die mediale Artikulation ihrer Grundsätze und Ziele nutzen können.

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Seminarteam: Alexander Kleider, Daniela Michel

Das Porträt des Menschen: Herrscher, Stars, Arbeiter. Aus Kunstgeschichte und digitaler Technik

CC BY 2.0 by apdk

Die Bilder in den alltäglichen Fernsehnachrichten oder anderen Medien sind heute fast alle digital bearbeitet. Bei jeder Transaktion an der Bank, bei jeder Passkontrolle am Flughafen ist digitale Bildbearbeitung aktiv. Vieles hieran ist politisch bestimmt und gewollt. Wir scheinen uns so sehr an diese Alltäglichkeiten gewöhnt zu haben, dass wir kaum etwas davon hinterfragen. Insbesondere hinterfragen wir selten, was es eigentlich heißt, dass riesige Bestände von Bildern digital gespeichert werden. – Ein wichtiger allgemeiner Aspekt des Seminars soll deswegen die Frage sein, ob sich Technik und Politik im digitalen Alltag überhaupt noch trennen lassen. Treibt nicht längst die Technik die Politik vor sich her? Das konkrete Thema des Seminars wird jedoch viel spezieller ausgerichtet sein. Wir greifen dazu aus der begeisternden Welt der Bilder einen speziellen Bereich heraus, z.B. das Porträt-Gemälde oder -Foto in digitaler Bearbeitung. Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, unsere Themen in doppelter Weise anzugehen: in kritischer Analyse und in konstruktiver Gestaltung. Gestaltung verlangt Entscheidung. Man muss in ihr Farbe bekennen. Und Kritik verlangt theoretischen und historischen Hintergrund. Wir versuchen, die Skepsis gegenüber der Macht und die Freude am eigenen Tun zu stärken.

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Seminarteam: Dr. Frieder Nake, Dr. Susanne Grabowski

Habe nichts zu verbergen? Datenschutz und Bürgerrechte für eine lebenswerte Welt im digitalen Zeitalter

CC BY 2.0 by Saad Faruque

Wird die von Aldous Huxley im Roman “Schöne neue Welt” geschilderte Vision eines Staates, in dem Menschen angenehm konsumieren, aber perfekt manipuliert in geistiger Unfreiheit leben, aktuell Wirklichkeit? Ist Datenschutz out? Oder nur Bequemlichkeit der Feind der Freiheit?

Staatliche Datensammlungen und Überwachungsmaßnahmen wie die Vorratsdatenspeicherung, der elektronische Entgeltnachweis oder die Online-Durchsuchung stoßen – zu Recht – auf große Vorbehalte in der Bevölkerung. Doch wie steht es mit den kommerziellen Angeboten, die wir freiwillig nutzen und ganz nebenbei großzügig mit Informationen über uns füttern? Niemand zwingt uns, bei Facebook “Freunde” zu sammeln, Google als Standardsuchmaschine zu verwenden oder eine Kundenkarte zu nutzen. Viele Angebote im Netz sind gratis und nennen sich “free”. Aber das ist ein eben nicht “frei” wie in “Freiheit”, sondern “frei” wie in “Freibier”. Und die Folgen könnten weit gravierender als ein handfester Kater sein… Ein Seminar für Mündigkeit im digitalen Zeitalter.

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Seminarteam: padeluun, Rena Tangens

Was ist der Hattinger Mediensommer?

Der Hattinger Mediensommer wird seit 2003 veranstaltet und findet immer in der letzten Woche der NRW Sommerferien statt. Uner dem Dach des Mediensommers finden meist 6-9 Veranstaltungen der politischen Bildung im Bereich Computer und Internet statt. Regelmäßig zieht das Format ca 100 interessierte Teilnehmer_innen an. 

Während der Seminarwoche wählen die Teilnehmenden ein Seminar aus, den Rahmen bilden darüber hinaus attraktive Workshops, Kulturevents und Vorträge am Abend, sowie eine gemeinsame Abschlussveranstaltung auf der die Ergebnisse der Seminare vorgestellt werden. Computer und Internet haben den gesellschaftlichen Alltag schon lange durchdrungen.

Da der Mediensommer in den Ferien stattfindet, wird auch eine interessante Kinderbetreuung angeboten. Die zum Ziel hat, die Kinder nicht zu verwahren, sondern auch inhaltlich zu arbeiten, attraktive Ausflüge zu machen und wie die Großen einen Betrag für den Abschlussabend vorzubereiten. In den letzten Jahren umfasste das Programm u.a. ein Zoobesuch hinter den Kulissen, oder auch die Herstellung eigener Musikinstrumente. Alle Kinder zwischen 3 und 14 Jahren sind herzlich willkommen.