Charakteristika Leitfadeninterviews

Dieser Text bediente sich an der Literatur von Barbara Frieberthäuser die sich mit verschiedenen Interviewtechniken auseinander setzte. Das Leitfadeninterview ist ein Verfahren der qualitativen und empirischen Sozialforschung. Dieser Interviewtechnik liegt zu Beginn eines Gespräches immer ein Fragenkatalog vor. Dieser dient als Grundlage des Interviews und ist eine Hilfestellung, damit in der Konversation nicht das eigentliche Ziel verloren wird. Das Leitfadeninterview und der vorgefertigte Fragenkatalog dienen auch dazu, den Forschenden eine gewisse Vergleichbarkeit herzustellen, wenn beispielsweise mehrere Interviews zu einem gleichen Thema stattfinden sollen. Die Abfolge der Fragen ist unwichtig und der Befragte kann gegebenenfalls noch Gedanken ergänzen. Dadurch erhält das Leitfadeninterview den Charakter eines lockeren Gespräches und wirkt nicht erzwungen. Das Leitfadeninterview dient ebenfalls als Theorien- und hypothesenprüfend und kann als Quelle zur Daten- und Informationssammlung zur Verfügung stehen. Durch diese Kriterien ist sichergestellt, dass ein qualitatives Verfahren, wie das Leitfadeninterview als repräsentatives und aussagekräftiges Mittel für empirische Analysen zur Verfügung stehen kann.

Der Forschende sollte sich vor einem Interview immer gut vorbereiten. Die Fragen werden auf Grundlagen von Literatur vom Interviewer selbst erstellt und bedienen sich eventuell anderer vergleichbarer Studien. Er/Sie ist mit dem Thema vertraut und kann im Falle eines Problems schnell reagieren und das Gespräch wieder in Gang zu bringen. Es ist nicht alleine ausreichend, sich nur seiner Fachliteratur zu bedienen, sondern es ist ebenfalls bedeutsam die Kommunikationsregeln und Datenschutzbestimmungen einzuhalten.

Um dem Leitfadeninterview Qualität und einen gewissen Standard zu geben, bedarf es einer regelmäßigen Überarbeitung des Fragenkatalogs, sowie der Erprobung des Interviews durch eine Vorübung. Dadurch, lassen sich Unsicherheiten auf Seiten des Interviewers in Bezug auf Formulieren von Fragen vermeiden und zu komplizierte und unklare Fragen werden verbessert.

Zu den Leitfadeninterviews zählen einige weitere Interviewformen, wie Beispielsweise das Fokussierte Interview, das problemzentrierte Interview, das Dilemma-Interview, die Struktur-Lege-Technik, das Konstrukt-Interview und das Erzählgenerierende Interview, das.

Im fokussierten Interview geht es schwerpunktmäßig darum, dass sich Interviewer und Befragter die gemeinsame Erfahrung einer Thematik teilen. Ziel ist es detaillierte, umfangreiche und mit Emotionen besetze Informationen zu erhalten.

Das Problemzentrierte Interview legt den Hauptgehalt auf eine gesellschaftliche Problemlage, welche im Verlauf des Interviews ergründet werden sollen. Dabei zählen die Meinungen und Haltungen verschiedener Befragten.

Das Dilemma-Interview ist eine Interviewform, bei der die Befragten vor eine gleiche Konfliktsituation gestellt werden. Ziel ist es, am Ende vergleichbare Antworten vorzufinden ist.

Bei der Struktur-Lege-Technik werden die verschiedenen Antworten zu den Leitfragen auf Karten geschrieben und zur Visualisierung auf den Tisch gelegt. Dies hat den Vorteil, dass Themen nicht wiederholt werden und der Interviewer kann den Befragten leichter in bestimmte Themenrichtungen lenken.

Die nächste Interviewform die zu den Leitfadeninterviews zählt ist das Konstruktinterview. Bei dieser Form liegt ebenfalls ein Fragenkatalog vor, welcher im Verlauf genutzt werden soll. Unterschied zu den anderen Interviewtechniken ist hier, dass sich hier an Konstrukten bedient wird. Beispielsweise sollen Bezüge zu vergangen oder zukünftigen Situationen oder zu anderen Personen erstellt werden oder es werden Vergleichsfragen gestellt.

In Erzählgenerierenden Interviews wird der Befragte meist zu seiner eigenen Biografie oder zu Alltagsituationen befragt. Hierbei ist es ihm/ihr selbst überlassen welche Reihenfolge gewählt wird. Der Interviewer ist ein nimmt die Rolle des aufmerksamen Zuhörers wahr. Das Narrative Interview ist ähnlich aufgebaut wie das erzählgenerierenden. Hier kann der Befragte ebenfalls seine eigenen Erfahrungen zu einer bestimmten Thematik frei erzählen. Der Interviewer hat währenddessen die Aufgabe aufmerksam zuzuhören und den Erzählfluss nicht zu unterbrechen.

Quellen:

http://www.uni-siegen.de/phil/sozialwissenschaften/soziologie/mitarbeiter/ludwig-mayerhofer/methoden/methoden_downloads/meth1_7.pdf   20.02.14

http://de.wikipedia.org/wiki/Leitfadeninterview    20.02.14

Frieberthäuser/ Barbara. Interviewtechniken. In: Frieberthäuser/ Barbara (Hrsg.) Handbuch der Qualitativen Forschungsmethoden in der Erziehungswissenschaft.  2. Auflage Weinheim 2003. S. 371.395.

Ein Gedanke zu „Charakteristika Leitfadeninterviews

  1. Guido

    davon habe ich inhaltlich zu wenig Ahnung, als dass ich das beurteilen könnte. Ich kann nur sagen: Interessant, wie es der Empirie immer wieder gelingt, das Gespräch zu entmenschlichen. Danke für diese Perspektive.

    Antworten

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