Werbung machen mit Google

Um Google als Werbepartner zu verstehen genügt ein kurzer Blick in die Historie Googles und zwei kleine Metaphern, die verdeutlichen, wie Googles AdWords und Googles AdSense ticken.

Warsaw-Poland December 2011 by Anna Strumillo. Some rights reserved.

Googles Gründer Larry Page und Sergey Brin wollten ursprünglich nicht durch Werbung mit ihrer Suchmaschine verdienen, viel mehr war ihr Ziel, die Lizenz ihrer Suchmaschine gewinnbringend zu veräußern. Nachdem dies misslang, sahen sie sich gezwungen, durch Werbung Geld zu verdienen, und zwar solche die in die Liste der Suchergebnisse integriert war. Hier für erschufen Brin und Page das kontextsensitive Werbesystem AdWords, das Tags und Keywords von Suchanfragen mit den Anzeigen verband und so eine zielgruppengenaue Werbung mit hoher Reichweite ermöglichte. Im November 2000 wurde AdWords eingeführt und war aus verschiedenen Gründen sehr erfolgreich.

Einerseits nutzten viele Unternehmen Google um Werbung zu machen, da sie sich versprachen, aus Googles hohem Marktanteil Profit schlagen zu können, was auch gelang. Andererseits war besonders für Produkte, die auf sehr enge Nischen zugeschnitten waren der so genannte „Long-Tail-Effekt“ wichtig. Dieser machte es möglich, über Googles Kontextsensitivität ein sehr spezielles Produkt über eine sehr große Reichweite sehr effizient zu bewerben. Weiterhin ging Google mit der Art seiner Werbung sehr diskret um. Bei Google findet man keine wild blinkenden, bunten Werbeanzeigen, sondern schlichte Text- oder Bildanzeigen, die durch ihren farblichen Hintergrund klar von den Suchergebnissen getrennt sind. So konnte Google seine Benutzerfreundlichkeit erhalten während es zur größten und wichtigsten digitalen Litfasssäule wurde.

Für AdWords ist charakteristisch, dass die Kosten des Werbenden per Klick auf seine Anzeige abgerechnet werden. Die Position der Werbeanzeige zu bestimmten Tags und Keywords wird durch ein Auktionsverfahren bestimmt. Dabei gilt die Grundregel: Wer am meisten zahlt für ein Tag oder ein Keyword, bekommt die beste Position. Allerdings ist auch die Bekanntheit der Seite im ähnlich des „Pagerank“ von Interesse. Inzwischen gibt es bei Adwords die Möglichkeit, ganze Kampagnen zu schalten. Ebenso ist es möglich, die Werbung, die man auf die digitale Litfasssäule klebt, von Expert_Innen bestimmen zu lassen.

Das AdSense Netzwerk ist die Weiterentwicklung des Litfasssäulen-Charakters. Der/die Benutzer_In stellt hier seine eigene Website als Litfasssäule zur Verfügung, Google arbeitet prinzipiell als Vermittler zwischen Benutzer_Innen die Werbung anbringen wollen und Benutzer_Innen die Werbeflächen offerieren. Google ist nun sozusagen der Arbeiter, der auf die Leiter steigt und die Werbung anbringt, wofür Google ca. 20 % der Werbeeinnahmen für sich beansprucht. Mit AdSense begann Google, den gesamten Online-Werbemarkt anzugreifen und machte viele Zwischenvermittler überflüssig. Dies hat Google auch in den Bereichen Video und Funk vor. Mit dem Dienst GoogleTV zum Beispiel plant Google schon lange, auch TV-Werbung personalisiert zuschneiden zu lassen und nimmt schon lange auch an Auktionen für Werbungen über Printmedien teil. Google beschränkt sich in Sachen Werbung also keinesfalls auf Online-Werbung.