Andreas Boes: Informatisierung der Gesellschaft und Zukunft der Arbeit

  • Werkzeuge sind nicht nur Produktionsmittel, sondern dienen auch der Erschließung der Welt, Beispiel: Faustkeil
  • In der Informatisierung liegt eine Produktivkrafttheorie weil sie die geistigen Fähigkeiten des Menschen erweitert
  • Exakte Informationen sind die Basis der Informatisierung
  • Die Informatisierung hilft die gesellschaftlichen Veränderungen zu verstehen und so weit zu antizipieren, dass man die Veränderung mitgestalten kann
  • Wer Gesellschaften verstehen will muss das System der gesellschaftlichen Arbeit verstehen, um die Welt besser gestalten zu können.
  • Informatisierung = Informationen werden immer wichtiger -> falsch
    • Problem: Es findet eine Verdinglichung und Naturalisierung statt
    • Gesellschaftlicher Wandel ist eine Folge des Einsatzes von Technik, dass ist aber falsch
    • Rudi Schmiede: Informatisierung  = Prozess, der die Gewinnung und Manipulation von Informationen zum Gegenstand hat.
    • Informatisierung hat nichts mit Technik zu tun
    • Informationen werden zur Beherrschung materieller Realität eingesetzt
    • Informatisierung ist ein Moment der Herrschaftsausübung und begünstigt damit eine Unterwerfung des Subjekts
  • Was ist Information?
    • Maschinen machen Daten, die Menschen formen daraus Informationen
    • Informationen = ich bringe etwas in Form, um andere zu unterrichten
  • Informatisierung = soziale Tätigkeit bei der Informationen anderen zugänglich gemacht wird  
  • Die doppelte Buchhaltung (11.-13. Jh.) hat den Kapitalismus hervor gebracht, also ein Informationssystem
  • Das die Informatisierung häufig gegen den Menschen gerichtet ist, ist ein erklärenswerter Zustand
  • Große Industrie nach Marx: kleine Industrie ist die Manufaktur. Der Einzug der Maschinen in die Werkstatt begründet die große Industrie 
  • Maschinen machen Arbeitsprozesse gleich und damit berechenbar 
  • Verschriftlichung der Kommunikation war fundamental für die Bürokratie 
  • Es entstehen Informationssysteme, der papierene Apparat, das Formular 
  • An die Stelle der erfahrungsgeleiteten Entscheidung der Werkstatt tritt die informationsgeleitete Entscheidung (auch  Managementverständnis) es wird nur noch nach den Zahlen entschieden

Einführung Teil 2: Informatisierung und eine neue Phase des Kapitalismus

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  • Der Informationsraum als neuartiger sozialer Handlungsraum
  • Stofflich materielle Ebene: Stoffwechsel mit der Natur. Veredelung von Materie
  • Die Informationsdienst ist in der Phase der großen Industrie zwar schon vorhanden, aber kaum sichtbar ( nur in Form von Stundenzetteln und Formularen Zettel)
  • Irgendwann macht dann das Büro dem Werkstattmeister seine Rolle streitig, dass Büro bestimmt wann welcher Auftrag gemacht wird. Es steuert. Erst Dokumenten und Kontrolle, später Steuerung
  • Ausweitung der Kopf Arbeit Ende des 19. Jh.
  • Maschinen steigen die Produktivität der Handarbeit, Informatisierung die der Kopfarbeit
  • Maschinen schaffen objektive Arbeit, weil sie Qualität sichern, jenseits von menschlichen Geschick
  • Computerisierung beginnt während des Fordismus. Er ist bekannt für zum einen Fließband-Fertigung, Arbeitsteilung zum anderen hohe Löhne sind die Voraussetzung, dass ein Wirtschaftskreislauf entstehen kann, der es dem Arbeiter erlaubt ein Auto kaufen zu können. Was dann in die Massenproduktion führt.
  • Löhne sind nicht unendlich zu drücken
  • Massenproduktion und Massenkonsum sind das Ziel
  • Arbeiter wurden zu Arbeitnehmern nach dem 2. Weltkrieg. Arbeiter wurden Teil der Mittelschicht
  • Ford war kein guter Mensch, sonst er hat eine neue Form von Kapitalismus geprägt.
  • Mit dem PC verschwindet die Demarkationslinie zwischen numerischen und nicht numerischen Informationssystemen und damit waren die Rechner zu vernetzen
  • Massen Datenverarbeitung und Organisationstechnologie, das heißt, über den Computer werden Organisationen gesteuert, wie ein immateriellen Fließband
    • Bei Formularen müssen zum Beispiel alle Felder ausgefüllt sein, damit das Datum verarbeitet werden kann
  • Phase 4: Informationsraum
    • Grundlage war das Internet
    • Zuerst Communities, die mit dem Netz spielen. Für die Industrie uninteressant.
    • Es entsteht ein Raum (Muds) und damit Herausbildung von neuen Produktionsweisen (Makerszene) und Formen der Kommunikation
  • Unternehmen beginnen sich zum Informationsraum hin zu öffnen und diesen nach und nach für Ihre Zwecke auszurichten.
  • Produktivkraftsprung Informationsraum
    • Informationsraum als neuer sozialer Handlungsraum
    • Informationsraum vernetzt die Weltgesellschaft
    • Integration von Ökonomie und Lebenswelt
    • Mit dem Informationsraum wächst die Bedeutung der Welt der Information (zB Formulare)
  • Informationsraum neuartiger Raum der Produktion
  • Informatisierung und eine neue Phase des Kapitalismus
    • 1830 große Industrie bringt modernen Kapitalismus hervor -> schafft die Grundlage für die Informatisierung
    • 1929/32 Großunternehmen im organisierten Kapitalismus -> papierene Apparat
    • 1973/74 fordistisch-tayloristische Großunternehmen -> Massendaten mit Computern
    • 1993/94 Informationsraum, Beginn der Veranstaltung Informatisierung Produktionsweise -> Informationsraum

Digitalisierung der Gesellschaft –Zukunft der Arbeit

  • Große Industrie
    • Geschäftsmodelle und Produktivitätssteigerung auf der Basis von Maschinisierung
    • Taylorismus und wissenschaftliche  Betriebsführung als zentrales Prinzip: Industrialisierung der Handarbeit, Bürokratie und Kontrolle
    • Divisionale Gliederung der Organisation: Führung nach dem Prinzip „Fürst im Reich“
    • Trennung der Bereiche Hand- und Kopfarbeit, hierarchischen Gefälle und Statusunterschiede. Die Arbeiter haben das Büro nur einmal gesehen, wenn sie entlassen wurden
  • Unternehmen 2.n – Informationsraum
    • Geschäftsmodelle und Produktivitätssteigerung auf der Basis einer neuen Qualität der Informatisierung
    • Neuer Typ der Industrialisierung: Kopfarbeit als objektiven Prozess organisieren, Kollektivierung von Wissen, neue Qualität von Austauschbarkeit
    • Organisation nach dem Prinzip des systemisch integrierten Unternehmen: Prozessorientierung, Steuern nach Zahlen und Öffentlichkeit
    • Kopfarbeit verliert ihre privilegierte Stellung
  • Industrie 4.0 heißt das Neue im Alten zu diskutieren.
  • „Wir sind spät dran“, ist eine typische Situation
  • die neuen Manager treibt eine Verbesserung der Welt

3 Gedanken zu „Andreas Boes: Informatisierung der Gesellschaft und Zukunft der Arbeit“

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