Die gemeinsame Lesezeichenverwaltung: Diigo

diigo – Social Bookmarking

Informationsmanagement 2.0
Wer viel im Web recherchiert und Links sammelt, muss früher oder später Struktur in diese vielen Lesezeichen bringen. Webbrowser bieten zwar standardmäßig Lesezeichen (Bookmarks) an, aber früher oder später stößt man auch hier an die Grenze, diese noch sinnvoll zu strukturieren. Social Bookmarking-Dienste bieten die Möglichkeit der Verschlagwortung und jederzeit Zugriff von jedem Rechner auf die eigenen Links. Das größte Potenzial entwickeln sie, wenn man die Social Networking-Funktionen nutzt und Linksammlungen mit anderen teilt, die sich mit dem gleichen Thema beschäftigen, z.B. bei Bildungsangeboten.

 

Neben delicious (inzwischen von Yahoo an YouTube-Gründer verkauft), gehört diigo zu einem der bekanntesten Diensten in diesem Bereich, die darüber hinaus weitere Stärken bieten.

Stärken von Social Bookmarking

  1. online
    Die Lesezeichen werden beim Service-Provider gespeichert. Dies ermöglicht den Zugriff von jedem Rechner mit Internetbrowser auf die persönliche Linksammlung.
  2. tagging
    Im Gegensatz zur angeboten Ordnerstruktur bei herkömmlicher Lesezeichenverwaltung im Browser, verwendet man bei Social Bookmarking-Diensten Schlagworte (Tags). So besteht die Möglichkeit Webseiten nicht in nur eine „Schublade“ stecken zu müssen, sondern gleichzeitig in viele mögliche „Bereiche“ einsortieren zu können (z.B. Artikel zu Atomkraft > nicht nur Ordner „Energie“, sondern „Artikel“, „Energie“, „Atomkraft“, usw.). Bei wachsender Anzahl von Bookmarks kann man dann durch geschickte Tag-Kombination bei der Suche schneller auf vorhandene Ressourcen zurückgreifen.
  3. sozial
    Alle Bookmarking-Dienste bieten die Möglichkeit Links als „privat“ zu speichern, so dass man nur selbst darauf zurückgreifen kann. Das größte Potenzial entwickeln die Dienste jedoch bei der öffentlichen Verwaltung der eigenen Bookmarks, da so eine soziale Komponente hinzukommt: legen nämlich viele ihre Linksammlung öffentlich ab, kann man bei einer Recherche (auch) auf die Leistungen anderer zurückgreifen. So kann man sich anhand von Schlagworten den Weg durch riesige Sammlungen an bereits bewerteten Ressourcen bahnen. Denn eine durch andere Nutzer als relevant für einen Bereich bezeichnete Ressource kann um ein vielfaches hilfreicher sein, als durch mathematische Algorithmen einer Suchmaschine bewertete Quelle. Außerdem lassen sich so Gruppen zu bestimmten Themengebieten aufbauen, bei denen man sich die Recherche nach Themen teilen kann. Auch das „Folgen“ von neuen Linkfunden eines Nutzers ist bei diesen Diensten möglich. Sowie das Abonnement von bestimmten Schlagworten, um regelmäßig über neue Fundstücke aller Nutzer zu einem bestimmten Thema informiert zu werden.

diigo – Annotieren, Archivieren, Organisieren

Nachdem Ende des Jahres 2010 Yahoo! angekündigt hat nicht weiter mit delicious zusammenarbeiten zu wollen, hat der Konkurrent diigo einen großen Zulauf erfahren. Im Folgenden sollen die Besonderheiten und Nutzungsmöglichkeiten dieses Dienstes genauer vorgestellt werden.

Besonderheiten

  • Bookmarken – Beim Ablegen eines Links („bookmarken“) hat man die Möglichkeit den Link als privat sowie als ungelesen zu kennzeichnen. Letzteres ermöglicht es diesen Link für eine späteren intensiveren Beschäftigung schneller wieder zu finden. Diigo gestattet es außerdem ein aktuelles Abbild der angezeigten Seite zu erstellen („Upload cache“). Gerade bei Seiten mit dynamischen Inhalten kann dies von Vorteil sein, da man später genau auf diese zwischengespeicherte Version zurückgreifen kann. Natürlich kann man den Link auch direkt über Twitter teilen oder einer Gruppe zuordnen (weiter unten mehr).
  • Hervorhebungen – Gerade bei längeren Texten ermöglicht diese Funktion die für einen selbst wichtigen Stellen farbig hervorzuheben.
  • Notizen – Diigo bietet außerdem die Option eine Seite mit Klebezetteln („Sticky Notes“) zu versehen und so Anmerkungen zu hinterlassen. Die Notizen können auch als öffentlich markiert werden.
  • Gruppen – Die Gruppen-Funktion ermöglicht vorgenanntes mit einem selbst bestimmten Nutzerkreis zu teilen. So kann bei der Recherche in einem Seminar solch eine Gruppe helfen alle gefunden Ressourcen zusammenzutragen und gemeinschaftlich mit Hervorhebungen und insbesondere mit Anmerkungen zu bearbeiten.
  • Read it later – Diigo kann insbesondere helfen, angesichts der vielen interessanten Quellen Artikel einfach nur sekundenschell als „read later“ zu markieren oder einfach nur abzulegen und ggf. bei späteren Recherchen dann wieder darauf zu stoßen.
    Dabei hilft auch Folgendes: Bei Installation der diigo-Toolbar integriert sich diigo in die Suchergebnisse. Wenn also ein Suchbegriffe gegoogelt wird, so erscheint über dem ersten Ergebnis ein Hinweis, wenn zu diesem Suchbegriff schon Lesezeichen abgelegt wurden. Mit wachsender Bookmark-Sammlung kommt es immer häufiger vor, dass sich bei Recherchen ein Inhalt, den ich schon einmal als „merkenswert“ eingestuft habe, (wieder) als nützlich herausstellt.

 

 

 

 

Nutzungsmöglichkeiten

  • Webseite – Die Webseite bietet die Möglichkeit die eigne Bibliothek an Bookmarks (löschen, Tags ändern, anzeigen, usw.), das Netzwerk, Profil und Gruppen zu verwalten sowie die Links aller Nutzer zu durchsuchen.
  • Bookmarklet –  Bookmarklets ermöglichen es durch die Verwendung eines JavaScript-Codes die Funktionen des Browsers mit dem Anlegen eines Lesezeichens zu erweitern. Das Bookmarklet von diigo („diigolet“) liefert so die Möglichkeit ohne Installation gefundene Webseiten zu bookmarken, annotieren oder mit Notizen zu versehen (siehe Bild).
  • Toolbar – Auch die Toolbar (verfügbar für Firefox und Internet Explorer) erweitert den Browser um diese Funktionen. Zusätzlich bietet es aber eine Sidebar an, die den Schnellzugriff auf die eigenen Bookmarks ermöglicht (gefiltert nach Tags, Listen oder über Suche) sowie Informationen zu einer aufgeschlagenen Seite liefert, also wer sind die Leser dieser Seite und welche Anmerkungen haben sie hinterlassen.
  • Mobiles Endgerät – Diigo hält für das iPhone einen Offline Reader der Bookmarks, für das iPad eine noch umfangreichere App sowie eine Version namens „Power Note“ für Android parat. Auch hier lässt sich diigo über Bookmarklets in den mobilen Browsern integrieren.

Go Premium?

Auch bei diesem Dienst kann man eine Premiumversion buchen, die einem für einen jährlichen Betrag von 20 Dollar unlimitiertes Hervorheben (kostenlos nur 1000/Jahr) sowie das Speichern von Abbildern einer Webseite (Cached Page) ermöglicht. Für 40 Dollar kann man zudem unlimitiert Screenshots einer Webseite sowie Bilder über diigo verwalten. Auch eine „Education Basic“-Variante wird angeboten. Allerdings sollte bei der Konzentration auf die Kernfunktionalität – dem Bookmarken – die kostenlose Version völlig ausreichen.

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