Arbeitsaufträge

Für den morgigen Vormittag wollen wir einen Eindruck vermitteln, worum es in diesem Seminar gegangen ist.

Falls Ihr ein Buch gelesen habt:

Schreibt auf, worum es im Buch ging, auch wenn Ihr noch nicht mit dem Buch fertig seid. Kommentiert das Gelesene. Beschreibt welche neuen Gedanken es bei Euch ausgelöst hat und ob sich dadurch Euer (politisches) Handeln ändern könnte. Es ist natürlich auch in Ordnung, wenn ein Buch Euch überhaupt nicht beeindruckt hat, das als Ergebnis festzuhalten.

Polizeigesetze

Erstellt eine Vergleichsmatrix der Polizeigesetze in den verschiedenen Bundesländern. Was ist gleich, was ist anders und inwiefern. Beispiele:

  • Welches Gesetz erlaubt welche neuen Waffen?
  • Welches Bundesland erlaubt welche Längen von Unterbindungsgewahrsam?
  • Wo ist der Staatstrojaner zugelassen?

Stellt zusammen, gegen welche Polizeigesetze derzeit Klagen laufen und findet nach Möglichkeit heraus, was genau die jeweiligen Klagen angreifen. Beispielsweise greifen sowohl Digitalcourage als auch die GFF den Staatstrojaner an, zielen dabei aber auf unterschiedliche Aspekte.

Da eine Gesamtübersicht aller Polizeigesetze wahrscheinlich den zeitlichen Rahmen sprengt, könnt Ihr Euch auch entscheiden, ob ihr einige wenige ausgewählte Bundesländer detailliert oder alle eher Bundesländer eher allgemein behandelt.

Kategorien

NGOs

Es gibt eine lange und für den Anfang etwas überwältigende Liste verschiedener Nichtregierungsorganisationen, die sich für digitale Bürgerrechte einsetzen. Wählt Euch einige davon aus und findet heraus, was diese Organisationen von den anderen unterscheidet. Beispiele:

  • Ist der Schwerpunkt eher juristisch, technisch oder politisch?
  • Geht es mehr um Aktionen wie beispielsweise Demonstrationen oder um kontinuierliche Lobbyarbeit?
  • Ist die Organisation lose und dezentral wie eine Bürgerinitiative oder klar strukturiert?
  • Wie finanziert sich die Organisation?
  • Gibt es einige wenige Aktive, die sich von den tendenziell passiven Mitgliedern finanzieren lassen oder ist mit der Mietgliedschaft starkes ehrenamtliches Engagement verbunden?

Messenger

Erstellt eine Übersicht der verschiedenen Messenger. Neben frei von Euch wählbaren Kriterien sollten diese Punkte berücksichtigt sein:

  • Welche Betriebssysteme werden unterstützt?
  • Ist das Programm quelloffen oder proprietär?
  • Wird bei der Installation das Adressbuch hochgeladen?
  • Hängt der Messenger von einem zentralen Anbieter ab oder ist er dezentral?
  • Werden die Nachrichten verschlüsselt? Gibt es Ende-zu-Ende-Verschlüsselung? Ist sie voreingestellt oder muss sie erst aktiviert werden? Werden auch Gruppenchats verschlüsselt?

Ergänzende Informationen zu Messengern

  • Abratende Akzeptanz – die Stellungnahme des BfD-EKD zu Messengern im Allgemeinen und Whatsapp, Telegram, Signal, Threema sowie Ginlo (vormals Sims Me) im Besonderen und wie man sie nicht verstehen sollte
  • Selbstgehostetes Grauen – warum der oft gebrachte Vorschlag, eigene Infrastrukturen zu schaffen und selber Anwendungen zu betreiben, keine Lösung für die Allgemeinheit ist
  • Software als Religionssersatz – Freie und offene Software kann einige Probleme lösen, aber sie ist kein perfekt und zuverlässig funktionierendes Allheilmittel.
  • Und wenn das Fahrrad jetzt blau ist? – Wenn Softwareprojekte glauben, sie könnten Facebook und Google dadurch erfolgreich bekämpfen, indem sie sich in möglichst viele, möglichst kleine Sektierergrüppchen aufspalten, die sich untereinander erbitterte Kämpfe liefern, hört man im Hintergrund die Judäische Volksfront und die Volksfront von Judäa begeistert aufschreien.
  • „Das geht nicht“ ist das neue „Ich will nicht“ – Viele Argumente, mit denen die Alternativlosigkeit von Whatsapp beschworen wird, sind in Wirklichkeit Ausreden, um die Verkrustung des eigenen Denkapparats zu leugnen.

Autor: jochim

Chaos Computer Club, Cryptoparty, Datenschutz

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