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Zur geplanten Buchveröffentlichung: PR vs „Gegenöffentlichkeit“

Ursprünglich war – auch vertraglich abgesichert – ein „black box-Prinzip“ verabredet. Alle Autoren und Autorinnen, die über das Schreibtool ihre Texte in die Mammutdokumentation einspeisten, sahen nicht, was andere getextet hatten. So sollte ein „spontaner“, unredigierter Text entstehen, der später unvermittelt über die Gedanken und Reflexionen der Projektmitglieder, der nicht ins Projekt einbezogenen HausbewohnerInnen sowie der BesucherInnen Auskunft geben sollte.

Nach der Halbzeit war jedoch im Essener Folkwang-Museum eine Installation von Jochen Gerz zu sehen, bei der auf einem von der RWE AG gesponsorten überdimensionalen Flachbildschirm ein gescrollter Ausschnitt aus den ersten 1000 Seiten des Mammutprojektes zu sehen. Diesen von der Planungsseite begangenen Vertragsbruch nahmen ihrerseits einige kritische Projektautoren und -autorinnen zum Anlass, sich ihrerseits nicht mehr vertraglich an die Geheimhaltung ihrer Texte bis zum Veröffentlichung Anfang 2011 gebunden zu fühlen. Sie entschieden sich dafür, ihre Texte in einem Blog vorzuveröffentlichen; dies als Anregung zum Austausch zwischen den Schreibenden. Diese Texte sind nachzulesen unter der Adresse http://2-3etagen.tumblr.com/. Die Beiträge dieses Blogs machen zweierlei deutlich, das in den Gesprächen mit der Planungsleitung/Besucherschule nicht, und im Gespräch mit den beteiligten Autoren – so denn überhaupt – nur verhalten zum Ausdruck kam, nämlich – erstens – dass die geplante Mammutdokumentation durch den autokratischen Stil Jochen Gerzs (die „16 Bände Gerzscher Großmannskunst“, Zitat Blogger) stark in bestimmte Bahnen gelenkt wurde und dass – zweitens – Gerz eines in seinem Wunschtext nicht wollte: den Dialog unter den Beiteiligten. Der 2-3Etagen-Blog holt dieses auf wohltuende Weise nach. Bleibt zu wünschen, dass die im Blog erschienenen und noch erscheinenden Texte in den 2. Teil des Mammutprojektes Eingang finden.


Categorised as: 2-3 Straßen


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