Blogs, Twitter und soziale Netzwerke

Internet und Gegenöffentlichkeit

20 Thesen und Fragen zur Diskussion:

  1. Mehr gesellschaftliche Beteiligung schafft mehr Freiheit für den Einzelnen und fördert Legitimation, Zusammenhalt und Stabilität des Ganzen.
  2. Verdrossenheit an den traditionellen Formen von Politik ist nicht gleichzusetzen mit Desinteresse an Fragen des Gemeinwohls.
  3. Wir beobachten eine Individualisierung und Fragmentierung des gesellschaftlichen Engagements und politischen Interesses.
  4. Das Internet begünstigt den Trend zur Individualisierung.
  5. Wir sehen aktuell auch jenseits des Internets eine Debatte um Formen der politischen Partizipation.
  6. Auch die Einführung früherer Technologien war häufig mit Hoffnungen für Demokratie und für die Bildung verbunden. Das Internet hat das Etikett „neues Medium“ in diesem Zusammenhang tatsächlich verdient.
  7. „Hörer sollen zum Mitspieler werden.“ (Brecht)
  8. Dienste des Web 2.0 machen ernst mit dem Prosumenten, dem Nutzer, der nicht nur empfängt, sondern selber Inhalte veröffentlicht.
  9. Dabei geht es nicht nur um die Veröffentlichung von Inhalten, sondern immer auch um Kommunikation, häufig auch um Zusammenarbeit.
  10. Die Hürden für Partizipation sind dramatisch gesunken: Im Web 2.0 kann jeder mit jedem sprechen. Eine Demokratisierung von Öffentlichkeit.
  11. Klassisches Agenda-Setting erfolgt von oben und zwar von einer sehr schmalen Gruppe. Neuerdings entsteht öffentliche Meinung auch im Netz.
  12. Bei „Partizipation 1.0“ wird die Beteiligung von staatlichen Institutionen initiiert. Meist handelt es sich bei solchen Beteiligungsformen um die „Digitalisierung“ von bewährten Partizipationsformaten (allerdings mit einem gewissen Mehrwert).
  13. Bei „Partizipation 2.0“ geht es um Formen, bei denen das Engagement „von unten“ ausgeht. Der Bürger wartet nicht, bis er gefragt wird.
  14. „Der Staat wird dann nicht mehr für den Bürger, sondern mit dem Bürger entscheiden.“
  15. Mit Twitter und Facebook verändern sich die kleinsten Bausteine der gesellschaftlichen Partizipation: die öffentliche oder halb-öffentliche Meinungsäußerung.
  16. Ist ein 1-Klick-Engagement nachhaltig? Oder führt ein solcher „Wal-Mart des Aktivismus“ zu Abnahme von „ernsthafterer“ politischer Beteiligung?
  17. Wirkungsvoll sind auch heute noch nur solche Aktivitäten, die den Sprung in die traditionellen Medien schaffen.
  18. Das Internet eignet sich ausgesprochen gut dazu, verstreute Akteure miteinander zu verbinden und schlagkräftige Netzwerke zu bilden.
  19. Das Internet könnte zur Fünften Macht im Staat werden.
  20. „… an diesem Punkt kommt es nun zu einer Zäsur, der Staat verliert sein Monopol auf die Erstellung der öffentlichen Wohlfahrt. […] Der Staat muss sich ein neues Selbstverständnis zulegen.“

Weitere Punkte bitte über die Kommentare ergänzen.


Categorised as: Seminarthemen


One Comment

  1. Barbara sagt:

    zu Punkt 18) Netzwerke können auch kritisch betrachtet werden (z.B. agieren die Nazis vermehrt in Netzwerken)
    zu Punkt 19) Die Fünfte Macht ist immer noch die Straße

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